Mit der zunehmenden Allgegenwart digitaler Lösungen steigt auch die Bedeutung der Implementierung von Mechanismen zur Schaffung von Vertrauen in die Identität im digitalen Zeitalter. Die Sicherheit unserer Online-Identitäten ist eine Seite der Medaille, die andere ist die Sicherheit im Umgang mit gesichtslosen Kunden. Die Komplexität nimmt bei weltweit stattfindenden Geschäftsfällen immer mehr zu.

Als Reaktion darauf sehen sich Regulierungsbehörden, Regierungen und Unternehmen, die auf dem globalen Markt tätig sind, dem Druck verschiedener Interessengruppen ausgesetzt, die Sicherheitsmaßnahmen zu verschärfen. In diesem Artikel werden zwei Mechanismen beschrieben, die zur Verbesserung des Vertrauens und der Transparenz auf dem globalen Markt eingesetzt werden:

Antwerpener Pilotprogramm: Blockchain ID

Belgien ist ein Vorreiter bei der digitalen Identifizierung. Derzeit verfügt es über eIDs (elektronische Identifikationsdokumente) für ihre Einwohner und Bürger, mit denen sie innerhalb der EU reisen und mit ihrer elektronischen Signatur unter anderem Dokumente unterfertigen können. Im vergangenen Jahr startete ein Pilotprogramm zur Implementierung einer Blockchain-Lösung, die den Fluss offizieller Dokumente sicherer und effizienter macht.

Bei den Dokumenten, die mithilfe einer Blockchain übertragen werden, handelt es sich um Zertifikate, die die Sicherheit von Obst und Gemüse gewährleisten, das aus Ländern außerhalb der EU importiert wird. Vor diesem Pilotprogramm wurde eine Papierversion des Zertifikats per Kurier versandt – was kostspielig und zeitaufwändig ist.

Die digitale Lösung – Blockchain – bewirkt, dass alle relevanten Beteiligten Zugriff auf aktuelle Informationen haben, die sicher sind und nicht manipuliert wurden. Die beteiligten Parteien wissen, mit wem sie es zu tun haben, und können die Herkunft der Dokumente in Echtzeit verfolgen. Die sichere digitale Lösung spart Zeit, Geld und reduziert den mit dem Import von Obst und Gemüse verbundenen Verwaltungsaufwand.

Legal Entity Identifiers (LEIs)

Ein LEI ist ein 20-stelliger alphanumerischer Code, der juristischen Einheiten zugewiesen wird, die ihn beantragen. Es ist Teil eines globalen Systems zur Erhöhung der Transparenz und Sicherheit sowie zur Verringerung von Betrug auf dem globalen Markt, insbesondere in Bezug auf Finanztransaktionen. Jede LEI-Nummer ist eindeutig und jeder juristischen Einheit kann nur ein LEI zugewiesen werden.

LEIs können weltweit als Firmenausweis verwendet werden. Alle Informationen zum LEI eines Unternehmens sind über die globale Online-Datenbank frei verfügbar. Die verfügbaren Informationen beziehen sich auf die Mutter- und Tochterunternehmen des Unternehmens sowie auf die „Visitenkarteninformationen“ wie Name und Standort.

Die Notwendigkeit einer globalen LEI-Infrastruktur wurde nach dem Zusammenbruch der Lehman Brothers im Jahr 2008 deutlich. Mit LEIs können Aufsichtsbehörden und Finanzunternehmen Risiken im globalen Finanzsystem besser einschätzen und gleichzeitig die Transparenz bei Geschäftstransaktionen fördern. Langfristig bedeutet dies, dass Unternehmen ihr internes Risikomanagement verbessern können, während die Aufsichtsbehörden die Risiken in der Weltwirtschaft besser überwachen und bewerten können.

Mithilfe eines maschinenlesbaren LEIs können jetzt auch Informationen zu Ihrer Einheit in Dokumente eingebettet werden. Dies bescheinigt den Lesern die Echtheit der Dokumente und erhöht so die Sicherheit und Transparenz im Internet. Lesen Sie mehr in unserem Artikel über maschinenlesbares LEIS.